Wer und was hat mich geprägt?
Wie lauten meine Werte? Was sind meine Ziele?
Welche Frau/ welches Mädchen will ich werden, um stolz auf mich zu sein?
Mag ich kämpfen oder wegrennen und Hilfe holen?
Weiß ich, dass Wut mich stark macht?
Daß sie immer einen Grund hat.
Dass ich mein "Nein" nicht begründen muss?
Um mich als Mädchen, als Frau im Alltag zu behaupten, brauche ich mehr als körperliche Stärke.
Ich brauche ein Wissen um meine Gedanken und Gefühle. Um meine Geschichte, die mich- oft unbewusst- prägt,
wie ich mich und andere beurteile und wie ich mich nach außen hin darstelle.
WenDo setzt dort an, wo jede Einzelne mit ihrer Lebenswirklichkeit und ihren Bedürfnissen gerade steht.
Es geht aber auch immer um unsere „schwachen Seiten“ - körperliche Beeinträchtigungen, seelische Wunden und Ängste.
Sie brauchen oft besonders viel Aufmerksamkeit und Schutz (auch schon im Training), damit wir sie akzeptieren und als Unterstützung, nicht als Übel erfahren.
Meine Sensibilität kann mir helfen, rechtzeitig Warnsignale wahrzunehmen.
Mit einer Krücke bin ich nicht nur „behindert“, ich kann sie auch als Waffe einsetzen.
WenDo ist kein Kampfsport. Körperliche Verteidigungstechniken bilden einen festen Bestandteil des Kurses, stehen aber nicht im Vordergrund.
Es geht hauptsächlich um Selbstbehauptung und Aufbau seelischer Stärke.
Mädchen und Frauen lernen ihre Verteidigung im Kopf zu planen und zu üben.
Bei WenDo werden ausschließlich Frauen als Trainerinnen ausgebildet.
Der Kurs richtet sich ausschließlich an Frauen* und Mädchen*.
Das hat folgende Vorteile:
das weibliche Vorbild der Trainerin unterbindet die oft auftretende Geschlechterdynamik mit männlichen Trainern.
Mädchen und Frauen können sich mit einer weiblichen Lehrerin als „starkem“ Rollenmodell besser identifizieren.
Mädchen werden nicht durch laute Jungs in den Hintergrund gedrängt.
Platz für Mädels/ Frauenthemen
Ein geschützter Rahmen
WenDo macht Spaß!
Geschichte von WenDo
Zur Entstehung des Wendo gibt es 2 Geschichten:
1--Als Reaktion auf die Ermordung von Kitty Genovese 1964 in New York, obgleich es Augenzeugen gab, die die Tat hätten verhindern können.
Hier gelten ein Mann und eine Frau als Gründerin der Idee, dass Frauen und Mädchen spezielle Techniken brauchen, nicht nur in der körperlichen Selbst- Verteidigung, sondern vor allem in der Selbstbehauptung.
Ich habe das Recht, andere zu verletzen, um mich zu verteidigen.
Wobei diese Selbstbehauptungstechniken Zivilcourage mit einschliessen.
Bis heute geht es in Wendokursen darum, anderen- Gewalt erlebenden Menschen in der Öffentlichkeit beizustehen. Ohne sich selbst zu gefärden!
2--WenDo wurde von einer grossen Anzahl Selbstverteidigungstrainerinnen in Kanada und Amerika entwickelt
Und zwar als Reaktion auf eine Situation, in der eine schwarzgurttragende Karatekämpferin
sich gegen einen Angriff nicht zur Wehr setzen konnte, weil sie sich nicht (zu)traute, ihren Gegner zu verletzen oder gar zu töten.
Danach setzten sich die Selbstverteidigungstrainerinnen zusammen und stellten ebenfalls fest, dass Selbst- Verteidigungstechniken alleine nicht reichen, denn:
- Viele Mädchen* und Frauen* hören auf zu denken, wenn es um die Planung und Umsetzung ihres eigenen Schutzes mithilfe ihrer eigenen Möglichkeiten geht.
Oft aufgrund der eigenen Gewalterfahrung.
Diese Gefühle von Ausweglosigkeit und Ausgeliefertsein werden von Generation zu Generation weiter gegeben.
- Frauen* und Mädchen* werden in der Gesellschaft zu der Rolle der friedenhütenden Kümmerin sozialisiert. Dadurch vergessen sie ihren natürlichen Instinkt, für sich und ihre Rechte zu kämpfen.
Stattdessen vertrauen sie auf den Schutz durch Andere.
Sie versäumen es, ihre eigenen Verteidigungsfähigkeiten auszubauen.
- Der Blick der Frau* auf sich selbst ist oft ein männlicher Blick, in dem Männer sehen und Frauen gesehen werden. Somit werden sie zu einem passiven Objekt degradiert und entmachtet. Zum Beispiel werden Frauen in der Werbung immer wieder als Dekomaterial "verwendet". Gesellschaftlich wird von Frauen hauptsächlich verlangt,
zu gefallen.
Selten werden Frauen* und Mädchen* in ihrer Unabhängigkeit und Eigenständigkeit von Männern oder auch Frauen unterstützt.
Schweigend stillzuhalten verschafft ihnen dagegen Bestätigung und Akzeptanz.
Was sie keineswegs vor Nachstellungen oder Bedrohungen schützt.
Dieser Erkentniss folgte die Entwicklung von Inhalten und Methoden zur Stärkung der Frauen, die ihrer Situation und ihren Bedüfnissen angepasst sind. Trainerinnen in der ganzen Welt haben diese zu einem System ausgearbeitet, ergänzt und verfeinert.